Tschernobyl

Tschernobyl ist eine Stadt in der Ukraine, nur rund 15 Kilometer von der weißrussischen Grenzen entfernt und damals für die Herstellung von Lampen und Leuchten bekant. In der UdSSR wurde Nahe der Stadt, am Prypjatufer, bereits 1971 ein Kernkraftwerk errichtet, welcher bis zum Jahr 1983 mit vier Blöcken arbeitete.

Am 26. April 1986 ereignete sich hier jedoch einer der bisher schwersten Unfälle eines Kernreaktors. Als Folge einer Kernschmelze explodierte hier ein Kernreaktor, und zwar der Block vier. Es war die bisher schwerste nukleare Havarie, die sowohl für die Umwelt wie auch für die Bewohner der Region Tschernobyl zur Katastrophe wurde. Aus diesem Grund wird als Synonym für die Katastrophe oftmals nur der Ort Tschernobyl genannt, den die meisten Menschen hiermit in Verbindung bringen.

Als Gründe für die Explosion des Kernreaktors konnten nach dem Unglück sowohl technische wie auch mechanische Mängel festgestellt werden. Hinzu kamen menschliches Versagen und ein Umgehen der Sicherheitsvorschriften, welche schlussendlich zu dem erlebten Super-Gau führte. Durch die Explosion des Reaktors wurde eine große Menge radioaktivem Material in die Luft geschleudert. Durch Luftbewegungen wurden diese vornehmlich in den Norden Tschernobyls getragen, aber auch weite Teile Europas und sogar Deutschland waren von der radioaktiven Wolke betroffen.

Viele Menschen in und um Tschernobyl fanden am 26. April 1986 den Tod. Die genaue Anzahl ist bis heute nicht bekannt, da die damalige sowjetische Regierung die Bedeutung des Reaktor-Unfalls als nur gering einschätzte. Vor allem die damals eingesetzten Liquidatoren, die als Helfer an den Aufräumarbeiten beteiligt waren, wurden kurz nach dem Unfall einer zum Teil tödlichen Strahlendosis ausgesetzt. Diese Strahlendosis verringerte sich zwar im Laufe der Zeit, sie überstieg jedoch noch nach Jahren die durchschnittlichen Maximalwerte. Um die Strahlendosis auf Zivilpersonen möglichst gering zu halten, wurden bereits am 27. April Pyrat evakuiert. Im Umkreis von zehn Kilometern zum Reaktor wurden in den folgenden Tagen weitere Bewohner umgesiedelt. Heute ist die Sperrzone um den Reaktor 4.300 Quadratkilometer groß.

Um zu verhindern, dass weitere Strahlen aus dem Reaktor austreten, wurde unmittelbar nach der Katastrophe ein damals provisorischer Sarkophag errichtet, der noch heute besteht. Da dieser jedoch im Laufe der Jahre brüchig geworden ist, soll nun ein neuer Sarkophag errichtet werden, der von der internationalen Gemeinschaft finanziert wird.

Auch heute ist das Wohnen in der Betroffenen Region nur schwer möglich.

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