Beeinflussung von Tschernobyl auf die Umwelt
Beeinflussung von Tschernobyl auf die Umwelt
Durch die Explosion des Kernreaktors von Tschernobyl wurden am 26. April 1986 große Mengen radioaktiver Strahlung in die Atmosphäre abgegeben. Aussagen über die genauen Mengen der radioaktiven Strahlung können jedoch nicht getroffen werden, denn die sowjetische Regierung verharmloste die Strahlenbelastung, um die tatsächlichen Auswirkungen auf Umwelt und Menschen als gering darzustellen.
Der zerstörte Reaktor stieß in den ersten Tagen über 40 unterschiedliche Radionuklide aus, wobei vor allem Jod, Cäsium und Strontium von Bedeutung waren. Vor allem das radioaktive Jod war in den ersten Tagen nach der Katastrophe besonders gefährlich, Langzeitschäden hingegen werden vorwiegend durch die Nuklide Strontium und Cäsium verursacht. Die Region um Tschernobyl war jedoch nicht nur am Tag der Reaktorkatastrophe überdurchschnittlich, noch heute ist dieses Gebiet stark konterminiert, was sich auch auf die im Boden angebauten Gemüsesorten überträgt. Da viele Menschen in der Region jedoch sehr arm sind ist es nicht möglich, auf Gemüse aus anderen Ländern zurückzugreifen, weshalb vielfach nur heimische Sorten gekauft oder im heimischen Garten Angebautes genutzt werden können.
Die Strahlenbelastung dieser Regionen wird wohl noch in den kommenden Jahrzehnten vorhanden sein und daher weiter Einfluss auf die Bevölkerung nehmen. So leiden viele Kinder beispielsweise an einem geschwächten Immunsystem, auch höhere Raten von Blutkrebs und anderen Krebsarten sind feststellbar. Hiervon betroffen sind natürlich nicht nur die Menschen, sondern auch viele Tiere, die hier leben, müssen die Strahlenbelastung aushalten.
Neben der Bevölkerung in der unmittelbaren Umgebung des Reaktors beeinfluss die Katastrophe in Tschernobyl auch Europa und Deutschland. So nahm die Konzentration radioaktiver Stoffe in tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln mit dem Tag der Katastrophe wieder stark zu, vor allem das radioaktive Cäsium sowie Jod waren dabei von Bedeutung. Die Luftmassen, die aus Tschernobyl nach Europa getragen wurden, sorgten nämlich für eine direkte Ablagerung dieser radioaktiven Substanzen auf Weideflächen, Blattgemüse und Obst, welches dann von den Menschen aufgenommen wurde. Auch die Ablagerungen in Kinderbetten haben vermehrt zur Aufnahme geführt.
Um die Gefahren für die Bevölkerung zu begrenzen, empfahl die Strahlenschutzkommission, auf den Verzehr von frischer Milch, Obst und Gemüse zeitweilig zu verzichten. Lediglich in der DDR, in der die Folgen der Katastrophe im „Bruderstaat“ verharmlost wurden, gab es reichlich Obst und Gemüse zu kaufen, auch wurden die Menschen hier nicht vor einer hohen Strahlenbelastung gewarnt.
Auch heute noch spielt die radioaktive Belastung durch Cäsium in Deutschland eine gewisse Rolle, denn es wird insbesondere in den Wurzeln der Pflanzen nachgewiesen. Auch bei Speisepilzen und Wildbret ist 20 Jahren nach dem Unfall noch immer eine hohe Belastung vorhanden, dessen Auswirkungen auf den Organismus noch nicht vollständig erforscht sind.