Tagungen im Jahr 2006 über das Thema Tschernobyl

Der Reaktorunfall nahe Tschernobyl am 26. April 1986 hat gezeigt, dass das Betreiben von Kernreaktoren eine Reihe von Gefahren mit sich bringen und sogar für den Tod tausender Menschen verantwortlich sein kann. In Gedenken an die mehreren tausend Toten, die dieses Unglück forderte und leider noch immer fordert, und um die Auswirkungen auf die konterminierten Gebiete zu prüfen, wurden verschiedene Tagungen im Jahr 2006 über das Thema Tschernobyl abgehalten, da sich das Unglück in diesem Jahr zum 20. Mal jährte.
Anlässlich des Jahrestages der Katastrophe legte auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit seinen aktuellsten Bericht vor, welcher sich mit der Bilanz des Unglücks aus Sicht des Strahlenschutzes beschäftigte. Das Bundesumweltministerium sowie die Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin luden zudem im März 2006 zu einer Tagung zum Thema der Energie- und Klimapolitik ein. Im Rahmen dieser Tagung sollten sowohl Experten wie auch Vertreter aus Politik, Wirtschaft und anderen Staaten diskutieren, welche Möglichkeiten der Energieversorgung bestehen und wie damit sowohl das Klima wie auch die Menschheit geschützt werden kann. Der 20. Jahrestag der Katastrophe wurde dabei zum Anlass genommen, eine zukunftsfähige Energiepolitik ohne Atomenergie zu diskutieren.

Zu den Tagungen im Jahr 2006 über das Thema Tschernobyl gehörte weiterhin der internationale Kongress in Feldkirch, Österreich, der ebenfalls im März 2006 stattfand. Auf diesem Kongress zogen Experten eine Bilanz des Super-Gaus und beschäftigten sich gleichzeitig mit den Erfahrungen und Lehren für die Zukunft, die aus einem solchen Unglück gezogen werden können und sollten. Weiterhin beschäftigte sich die Tagung mit den medizinischen und sozialökonomischen Problemen in den betroffenen Regionen sowie den Ländern Europas. Des Weiteren war die Problematik der Datenrettung ein Thema auf der Tagung.
Das Tschernobylkomitee und die Republik Belarus luden zudem vom 19 – 21. April 2006 zu einer internationalen Konferenz zum 20. Jahrestag der Katastrophe, die mit der Unterstützung der UNO stattfinden konnte. Im Rahmen dieser Tagung sollte vor allem besprochen werden, wie die Folgen der Katastrophe im Reaktor Tschernobyl beseitigt werden können. Gleichzeitig wollte die Republik Belarus eine Bilanz über die bisherigen Aktivitäten ziehen und die Tätigkeiten anderer, internationaler Hilfsorganisationen würdigen.